
Joshua Van - Alexandre Pantoja: Wett-Tipps zu UFC 331
Joshua Van verteidigt seinen Titel gegen den Mann, dessen Regentschaft mit einer Verletzung endete. Beim Rückkampf gegen Alexandre Pantoja geht es deshalb auch um eine offene sportliche Frage: Wie gut kommt der Champion mit dem Bodenkampf des Brasilianers zurecht, wenn beide tatsächlich über längere Zeit gegeneinander kämpfen können? Van hat sich seit dem ersten Duell weiter bewiesen. Pantoja kehrt nach einer langen Pause zurück und trifft auf einen Gegner, der inzwischen selbst einen Titel erfolgreich verteidigt hat. Das macht die Ausgangslage für UFC 331 anspruchsvoller als eine bloße Revanche.
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Wann findet Van gegen Pantoja statt?
Der Titelkampf im Fliegengewicht ist der Hauptkampf von UFC 331 in der Crypto.com Arena in Los Angeles. In Deutschland beginnt die Hauptkarte am Sonntag, dem 20. September 2026, um 3 Uhr MESZ. Van und Pantoja treten später an; eine feste Startzeit für ihren Kampf lässt sich deshalb nicht benennen.
Joshua Van: Ausdauer und gefährliche Kombinationen
Van geht mit sieben Siegen hintereinander in den Rückkampf. Der 24-Jährige hat seine Stellung an der Spitze zuletzt gegen Tatsuro Taira gefestigt. Dabei musste er weit mehr lösen als die Frage, wie er seine Schläge ins Ziel bringt: Taira zwang ihn wiederholt zu Boden und erarbeitete sich überlegene Positionen. Die Verteidigung gegen diese Positionen war die Voraussetzung dafür, dass er seine Stärken im Stand später wieder einsetzen konnte.
Was die Titelverteidigung gegen Taira verrät
In den ersten neun Minuten hatte Taira mit seinem Ringen viel Erfolg. Gegen Ende der zweiten Runde fand Van dennoch die Gelegenheit zu einer klaren rechten Hand und schlug den Herausforderer nieder. In der dritten Runde setzte er ihn im Stand weiter unter Druck. Taira gelangen anschließend erneut Takedowns, sodass Van bis in die späte Phase zwischen Angriff und Verteidigung wechseln musste.
Zu Beginn der fünften Runde wehrte Van die Versuche ab, ihn zu Boden zu bringen. Er traf Taira am Körper und setzte mit Schlägen nach, bis der Ringrichter eingriff. Seine Ausdauer zeigte sich dabei auch in der Fähigkeit, nach anstrengenden Bodenphasen wieder wirksame Angriffe aufzubauen. Für Pantoja entsteht daraus eine konkrete Aufgabe: Auch wenn er den Beginn kontrolliert, muss er mit einem Gegner rechnen, der sich im weiteren Verlauf zurückkämpft.
Boxen, Tempo und die eigene Deckung
Seine Stärke liegt im Boxen mit schnellen Kombinationen und Wechseln zwischen Kopf und Körper. Van kann damit über längere Phasen Treffer sammeln, ohne alles auf einen einzelnen harten Schlag auszurichten. Für Pantoja bedeutet das: Schon der Weg in den Clinch kann ihn Treffer kosten. Bleibt Van anschließend auf den Beinen, hat er die Gelegenheit, seine Kombinationen fortzusetzen und den Herausforderer körperlich zu beanspruchen.
Datum am Austragungsort | Gegner | Ergebnis für Van |
|---|---|---|
09.05.2026 | Tatsuro Taira | TKO, Runde 5, 1:32 |
06.12.2025 | Alexandre Pantoja | TKO durch Verletzung, Runde 1, 0:26 |
28.06.2025 | Brandon Royval | Einstimmiger Punktsieg nach 3 Runden |
07.06.2025 | Bruno Silva | TKO, Runde 3, 4:01 |
08.03.2025 | Rei Tsuruya | Einstimmiger Punktsieg nach 3 Runden |
Der Kampf gegen Royval zeigt zugleich, wie viel Van selbst einstecken kann. Er landete 204 signifikante Treffer, kassierte aber 215. In der zweiten Runde dieses Duells fand Royval zunehmend seinen Rhythmus. Van hielt dagegen und schaffte kurz vor dem Ende des Kampfes noch einen Niederschlag. Er kann also auch unter hohem Druck wirksame Treffer setzen. Seine hohe Aktivität geht allerdings mit Phasen einher, in denen auch der Gegner häufig trifft. Bereits gegen Charles Johnson wurde er im Juli 2024 in der dritten Runde ausgeknockt. Van ist im offenen Schlagwechsel gefährlich, defensiv aber durchaus verwundbar.
Für den Rückkampf muss Van seine Angriffe mit der Gefahr eines Takedowns in Einklang bringen. Lange Kombinationen können Pantoja beschäftigen, verlangen aber auch, dass Van anschließend in einer Position bleibt, aus der er einen Griff abwehren kann. Ich sehe darin die anspruchsvollste Aufgabe für den Champion: Er braucht genügend Offensive, um Pantoja zu treffen, und muss zugleich auf dessen Versuche reagieren, die Distanz zu schließen.
Alexandre Pantoja: Wie gut gelingt die Rückkehr?
Pantoja hat 30 seiner 36 Profikämpfe gewonnen, zwölf davon durch Submission. Seine jüngsten Erfolge gegen Kai Kara-France und Kai Asakura gelangen jeweils durch einen Rear-Naked-Choke, einen Würgegriff von hinten. Er kann nach einem Takedown, bei dem er den Gegner zu Boden bringt, weiterarbeiten und sich eine Position für den Abschluss verschaffen.
Die Siege gegen Kara-France und Asakura
Gegen Kara-France brachte Pantoja seinen Gegner bereits nach 15 Sekunden zu Boden und hielt ihn dort für den Rest der ersten Runde. Er verbesserte seine Position und drohte zwischenzeitlich mit einem Arm-Triangle-Choke, einem Würgegriff unter Einbeziehung eines Arms. Als Kara-France in der zweiten Runde länger auf den Beinen blieb, war Pantoja auch in den Schlagwechseln erfolgreich. Erst im nächsten Durchgang kehrte er zum Bodenkampf zurück und setzte hinter dem Gegner den entscheidenden Würgegriff an.
Gegen Asakura nahm Pantoja einen anderen Weg. Er begann aggressiv, traf den Japaner bereits im ersten Durchgang und ließ sich auf Schlagwechsel ein. Später gelangte er aus dem Stand an dessen Rücken und brachte ihn aus dieser Position zu Boden. Dort folgte der Abschluss. Für Van ist das bedeutsam, weil Pantoja eine gefährliche Position auch erreichen kann, bevor beide auf der Matte liegen. Beim Lösen aus engem Körperkontakt muss der Champion deshalb darauf achten, dass Pantoja hinter ihm keinen festen Griff bekommt.
Gegen Kara-France und Asakura gelangen ihm jeweils drei Takedowns. Gegen Steve Erceg waren es sogar neun, dennoch fiel die Entscheidung erst nach Punkten. Für die Bewertung seines Bodenkampfs ist deshalb der nächste Schritt wesentlich: Kann Pantoja den Gegner nach dem Takedown festhalten und dessen Verteidigung so weit überwinden, dass sich tatsächlich ein Aufgabegriff ansetzen lässt?
Datum am Austragungsort | Gegner | Ergebnis für Pantoja |
|---|---|---|
06.12.2025 | Joshua Van | TKO-Niederlage durch Verletzung, Runde 1, 0:26 |
28.06.2025 | Kai Kara-France | Submission, Runde 3, 1:55 |
07.12.2024 | Kai Asakura | Submission, Runde 2, 2:05 |
04.05.2024 | Steve Erceg | Einstimmiger Punktsieg nach 5 Runden |
16.12.2023 | Brandon Royval | Einstimmiger Punktsieg nach 5 Runden |
Erfahrung über die volle Distanz und die Pause
Mit den Punktsiegen gegen Erceg und Royval hat Pantoja außerdem Erfahrung aus Titelkämpfen, die über die volle Distanz gingen. Er musste seine Arbeit am Boden dabei über mehrere Runden fortsetzen. Das ist für den Rückkampf relevant, falls Van die ersten Angriffe übersteht: Pantoja kennt solche längeren Aufgaben und hat sie bereits erfolgreich gelöst. Seine aktuelle Wettkampfform bleibt allerdings die größte Unbekannte. Pantoja ist 36 Jahre alt und hat seit dem Titelverlust rund neun Monate lang keinen Kampf bestritten. Er beschreibt seine Vorbereitung positiv und hat die Rehabilitation hinter sich. Wie er auf längere Belastung und harte Gegenwehr reagiert, wird sich erst im Käfig zeigen.
Seine Aufgabe verlangt zudem Geduld. Ein überhasteter Angriff würde Van Chancen auf klare Treffer geben. Pantoja muss die Distanz überwinden, seine Position sichern und dabei mit seinen Kräften haushalten. Dass er sich vor dem Kampf gut fühlt, beantwortet noch nicht, wie schnell ihm diese Abläufe unter Gegenwehr wieder gelingen.
Was sagt der erste direkte Vergleich aus?
Das bislang einzige Profiduell endete bei UFC 323 am 6. Dezember 2025 nach 26 Sekunden. Van fing einen hohen Tritt ab und brachte Pantoja aus dem Gleichgewicht. Beim Abstützen verletzte sich der Brasilianer den linken Ellbogen. Pantoja konnte den Kampf nicht weiterführen, weshalb Van als Sieger aus dem Kampf hervorging. Die kurze Dauer lässt kaum Rückschlüsse auf längere Schlagwechsel oder Bodenphasen zwischen den beiden zu. Pantojas Verletzung erklärt den Abbruch; wie der Kampf ohne sie ausgegangen wäre, bleibt offen.
Tipp: Pantoja gewinnt durch Submission
Der Tipp lautet: Sieg Alexandre Pantoja durch Submission. Dafür spricht vor allem, wie er seine letzten Siege erreicht hat: Er gelangt aus unterschiedlichen Situationen hinter den Gegner und kann von dort einen Würgegriff ansetzen. Gegen Van erscheint dieser Ablauf plausibel, weil Taira bereits längere Bodenphasen erzwingen konnte. Pantojas Chance liegt darin, bei Vans Befreiungsversuchen sofort nachzusetzen und ihm den Weg zurück in den Stand zu nehmen. So könnte aus einer zunächst verteidigten Position doch noch eine Gelegenheit zur Submission entstehen.
Vans erfolgreiche Gegenwehr gegen Taira ist dabei das stärkste Gegenargument: Er kann schlechte Phasen überstehen und anschließend wieder gefährlich werden. Auch ein Pantoja, der am Boden Runden gewinnt, muss deshalb nicht zwangsläufig eine Submission erzwingen. Die Wette setzt darauf, dass seine Erfahrung und seine Angriffe hinter dem Gegner den Ausschlag geben, bevor Van über längere Schlagwechsel die Oberhand gewinnt. Sie ist angesichts von Pantojas Pause und Vans Entwicklung eine riskante, sportlich begründbare Auswahl.
Fazit und Kampfprognose
Ich erwarte, dass Pantoja früh versucht, den Kampf zu Boden zu bringen. Eine lange Abtastphase würde Van Gelegenheit geben, seinen Rhythmus im Boxen zu finden. Sinnvoll erscheint mir für Pantoja deshalb, den Champion zügig zum Verteidigen zu zwingen und aus einer gesicherten Position weiterzuarbeiten. Sollte Van die frühen Bodenphasen überstehen und Pantoja anschließend im Stand wiederholt treffen, würde ich den weiteren Verlauf zunehmend zugunsten des Champions sehen. Die Prognose für Pantoja hängt deshalb daran, dass er seine Angriffe konsequent weiterführt und Van nur kurze Erholungsphasen lässt.
Meine Prognose fällt knapp zugunsten des Herausforderers aus. Ausschlaggebend ist die Erwartung, dass Pantoja aus diesen Übergängen mehr machen kann als Taira und Van auch per Submission besiegt.
Paul Stovak
